Auslandstierschutz

Häufig werden wir gefragt, warum wir uns für den Auslandstierschutz einsetzen:

„Die Tierheime in Deutschland sind doch auch voll – warum holt Ihr dann noch Tiere aus dem Ausland nach Deutschland?“.

Solche und ähnliche Fragen möchten wir an dieser Stelle beantworten.

Fakt ist: Verstösse gegen bestehende Tierschutzgesetze gibt es – leider! – auf der ganzen Welt, und sicher auch in Deutschland. Und viele Hunde und Katzen warten auch in Tierheimen in Deutschland auf eine bessere Zukunft. Wir schätzen die Arbeit, die Menschen in Deutschland für den Tierschutz täglich leisten, sehr!

In Deutschland besteht jedoch eine vergleichsweise gute Situation für den Tierschutz, denn Deutschland verfügt allem voran über gut funktionierende Organe, um geltende Tierschutzbestimmungen durchzusetzen und Verstösse entsprechend zu verfolgen!

Tiere in deutschen Tierheimen leben – im Gegensatz zu vielen Hunden aus südlichen EU-Ländern – wenigstens in Sicherheit, gekennzeichnet durch:

  • ausreichende Futterversorgung
  • körperliche Unversehrtheit
  • tierfreundliche Menschen, die sie versorgen
  • angemessene medizinische Versorgung
  • einen geschützten Schlafplatz

Die Situation auf Kreta

Selbst diese banalen Bedürfnisse werden bei den Tieren auf Kreta, um die es dem Tierschutzverein Südkreta e.V. geht, sehr häufig nicht erfüllt! Hier einige Beispiele, die leider keine Einzelfälle darstellen:

  • Das Leid der vielen Streunerhunde und -katzen ist unermesslich: Während der Urlaubssaison finden viele von ihnen Nahrung in den Abfällen der Tourismusindustrie und man lässt sie gewähren, weil die Urlauber häufig tierlieb sind. Nach Ende der Urlaubssaison aber beginnt für die Strassentiere ein harter Überlebenskampf – ohne Aussicht darauf, dass sich diese Situation je bessern wird, denn der Trieb zum Arterhalt zwingt die Streuner unablässig, durch ungehinderte Vermehrung neues Leid auf zukünftige Generationen zu übertragen.
  • Tiere werden von Tierhassern vergiftet, verprügelt und grausam zu Tode gequält, von Schnappfallen verletzt, auf den Müll geworfen, angeschossen oder überfahren. Manche Hunde, die wir vermittelt haben, hatten Dutzende Schrotkugeln im Körper, weil sie sich auf ihrer verzweifelten Suche nach Futter Menschen näherten und von diesen vertrieben wurden.Anderen Hunden werden die Ohren abgeschnitten, die Augen ausgestochen, sie werden mit Säure übergossen, an den Hinterläufen lebend aufgehängt, bis sie verenden, Hundemütter werden mit ihrem gesamten Wurf lebend in Erdgruben geworfen und einem grausamen ende überlassen – aus einer nicht nachvollziehbaren „Laune“ ihrer Besitzer bzw. purem Sadismus heraus.
  • Eine besonders traurige Situation haben die vielen Kettenhunde. Diese „gehören“ zwar jemanden, das Elend dieser Ketten-/ Tonnenhunde ist dennoch unbeschreiblich.
  • Sie müssen ihr Leben als „Wachhunde“ an viel zu kurzen Ketten, Stricken oder an rostigen Tonnen angebunden fristen, oftmals auf unbewohnten Geländen, zum Teil sogar ohne Unterschlupf vor der prallen Sonne.
  • Oft haben wir gesehen, dass viel zu enge Halsbänder in das Fleisch einwachsen oder sich Hunde an scharfen Metallkanten verletzen – eine tiermedizinische Versorgung lassen viele Besitzer ihren Tieren aber meist nicht zukommen: Da es ja genügend „Nachschub“ gibt, wird eher ein neuer Welpe an die Kette gelegt, bevor ein kranker Kettenhund zum Tierarzt gebracht wird.
  • Kettenhunde werden oft nur unzureichend mit Wasser und Futter versorgt. Wir fanden z.B. Zitronen-, Orangenschalen oder verschimmelte Speisereste in Futternäpfen vor. Manchmal werden die Tiere einfach „vergessen“, dann müssen sie hungern – und dursten: Manche Besitzer bringen den Tieren Wassereimer und stellen diese einfach in den Sand, sodass die aufgeregten Tiere diese umwerfen. Die Hunde müssen dann Durst erleiden, bis endlich wieder jemand vorbeikommt und nach ihnen sieht…
  • Hündinnen, die an Ketten angebunden sind, werden während ihrer Läufigkeit jedes Jahr aufs neue gedeckt. Eine Kastration ihrer Tiere ist in den Augen vieler Griechen nach wie vor „wider die Natur“; Welpen – oder Kätzchen – aber auf dem Müll zu „entsorgen“ oder verhungern zu lassen, erscheint offenbar vielen als ganz normale und angemessene Handlung.
  • Hunde liegen verletzt oder totgefahren im Strassengraben. Niemand kümmert sich um ein verletztes Tier.
  • Es fehlt der politische Boden, um das geltende Tierschutzgesetz durchzusetzen und langsam einen Kulturwandel in der Bevölkerung zu erzielen.

 

All dies hat uns bewogen, uns speziell für den Tierschutz auf Kreta zu engagieren. Mittlerweile konnten wir das Leid für viele Strassenhunde und -katzen aus Kreta glücklich beenden und sie in geeignete Familien nach Deutschland holen.

Durch zahlreiche Kastrationen bei Heim- und Streunertieren konnten wir beitragen, das Leid vieler Tiere zu verringern.

Was ist das besondere an Hunden aus Kreta?

Tierhalter haben uns bestätigt, dass die Tiere, die wir ihnen vermittelt haben, besonders dankbar und anhänglich sind und sich vollkommen unkompliziert in bestehende Rudel einfügen. Die Tiere aus Kreta, die wir vermitteln, sind verträglich mit Menschen, Hunden und Katzen, können meist gut in Familien mit Kindern, sind meist leicht führig. Wir empfehlen dem neuen Mensch-Hund-Team den Besuch einer Hundeschule!

Oft werden wir nach kleineren Hunden gefragt: Ein Vorteil kretischer Hunde besteht in diesem Zusammenhang darin, dass sie oft wirklich recht zierlich und kleinwüchsig (etwa Kniehöhe) sind! Auch Jungtiere und Welpen haben wir häufig in der Vermittlung.

Wenn Sie sich für einen Hund aus Kreta interessieren, sprechen Sie uns bitte an.