Nach vielen Jahren enger und intensiver Zusammenarbeit endet unsere Kooperation mit dem Tierheim in Ungarn. Diese Entscheidung wurde nicht von uns initiiert, sondern ist auf Wunsch der aktuellen Tierheimleitung getroffen worden.
Diese Entwicklung schmerzt uns sehr. Über einen sehr langen Zeitraum haben wir nicht nur erhebliche finanzielle Mittel, sondern auch fachliches Know-how, Zeit, Energie und persönliche Verantwortung in diese Partnerschaft eingebracht. Gemeinsam konnten wir für unzählige Hunde konkrete Verbesserungen erreichen – insbesondere für jene Tiere, die sonst kaum eine Chance gehabt hätten: alte, große, kranke und besonders belastete Hunde, deren Lebensweg ohne diese Zusammenarbeit sehr wahrscheinlich im kargen Käfig im Tierheim geendet hätte.
Mit dem Wechsel in der Leitung haben sich Strukturen und Prioritäten verändert. Einige Entwicklungen waren positiv, gleichzeitig wurde unser externer Blick zunehmend nicht mehr als Unterstützung wahrgenommen, als die er gemeint war. Unsere Anregungen – entstanden aus unserer langjährigen Erfahrung im Tierschutz, aber auch im Qualitätsmanagement und in der strukturierten Prozessoptimierung – dienten STETS dem Wohl der Tiere und der langfristigen Entlastung aller Beteiligten. Dennoch wurden sie immer häufiger als Einmischung oder Kritik verstanden.
Hier zeigten sich immer mehr grundlegende Unterschiede im Arbeitsverständnis und in der Herangehensweise. Während wir es als unsere Verantwortung verstehen, auch unter schwierigen finanziellen Bedingungen Prozesse weiterzuentwickeln, Qualität zu sichern und Effizienz als Schutzfaktor für Mensch und Tier zu begreifen, wurde dieser Ansatz von der Leitung des Tierheims nicht mehr geteilt. Das führte auf beiden Seiten zu Enttäuschungen und zu einer Zusammenarbeit, die sich nicht mehr frei und konstruktiv anfühlte.
Trotzdem haben wir – um der Hunde willen – lange an dieser Kooperation festgehalten. Für unser durchweg ehrenamtliches Team, das sich neben Beruf und privaten Verpflichtungen freiwillig und unentgeltlich einbringt, war das zunehmend belastend und entmutigend, denn nachhaltiges Engagement braucht Vertrauen, Offenheit und den gemeinsamen Willen, Dinge weiterzuentwickeln, und sich auch aus der Komfortzone herauszubewegen.
Die aktuelle Tierheimleitung hat sich nun für ein anderes Kooperationsmodell entschieden. Wir respektieren diese Entscheidung und hoffen sehr, dass auch künftig gerade die besonders schutzbedürftigen Hunde gesehen werden und echte Chancen erhalten – wenn auch nicht mehr mit unserer Unterstützung.
Unser Dank – von Herzen
Unabhängig von strukturellen Veränderungen und formalen Entscheidungen möchten wir eines ganz deutlich sagen:
Unser Dank gilt den Menschen aus Ungarn, die uns über die Jahre ans Herz gewachsen sind – und mit denen sich teilweise echte Freundschaften entwickelt haben. Diese Verbindungen möchten wir ausdrücklich fortführen.
Ganz besonders möchten wir MISI danken, der von unserem gesamten Team geschätzt und geliebt wird. Mit seiner unvergleichlichen Tierliebe, seiner Ruhe und seinem unermüdlichen Einsatz hat er ungezählten Fellnasen den Weg in ein sicheres Zuhause ermöglicht. Sein Wirken steht für das, was für UNS Tierschutz im Kern bedeutet.
Unser herzlicher Dank gilt ebenso Viktor, Lilcsa und besonders Evi, die mit großem Engagement, Fachlichkeit und Herzblut eine wunderbare Arbeit geleistet haben. Ihr Einsatz – unter sehr schwierigen Bedingungen – verdient höchste Anerkennung.
Darüber hinaus danken wir allen Mitarbeitenden vor Ort, die bei jeder Witterung ihr Bestes geben, um für die Tiere da zu sein. Was sie leisten, ist für viele Hunde das Einzige, was ihren tristen Alltag erträglich macht.
Wir hoffen, dass die Hundeschule, die wir auf den Weg gebracht haben, auch über die Neuorientierung hinaus fortgeführt wird, denn die kurze Trainingszeit ist nicht nur für die Hunde wohl der schönste Teil der Woche, sondern auch unschätzbare Vorbereitung für ein Leben in einer liebevollen Familie.
Dafür danken wir jeder und jedem Einzelnen von Herzen.
Für uns bedeutet das Ende dieser Kooperation keinen Rückzug aus dem Tierschutz. Im Gegenteil:
Wir werden unsere Kompetenz, unsere Kraft und unsere Partnerschaften dort einsetzen, wo sie willkommen sind und Wirkung entfalten können. Gespräche mit neuen Partnern laufen bereits. Gleichzeitig intensivieren wir unsere Arbeit auf Kreta, wo wir in Teilen inzwischen auch mit dem TRACES-System arbeiten können.
Wir werden weiterhin nicht wegschauen.
Wir werden weiterhin Verantwortung übernehmen.
Und wir werden weiterhin dort helfen, wo Haltung, Vertrauen und gemeinsames Ziel zusammenfinden.
Mit Dankbarkeit für das Erreichte – und mit einem klaren Blick nach vorn.
Euer Team vom Tierschutzverein Südkreta e.V.
WEGSCHAUEN TUN ANDERE.







